Was ist Feigenblattkürbis?

Der *Cayote* — auf Deutsch **Feigenblattkürbis** — hat eine harte, grün gestreifte Schale, die von außen an eine kleine Wassermelone erinnert. Sein Fruchtfleisch zerfällt beim Garen **nicht zu Püree, sondern in lange Fäden**. Diese Textur ist der ganze Punkt: Mit Zucker eingekocht ergibt sie eine durchsichtige Konfitüre aus bernsteinfarbenen Fäden, die Süßspeise des argentinischen Nordwestens.
Die Fäden entscheiden alles
Das Fruchtfleisch wird mit den Händen oder einer Gabel in Faserrichtung zerzupft und nie mit dem Messer geschnitten. Quer geschnitten reißen die langen Fäden und aus der Konfitüre werden Stückchen — genau das, was vermieden werden soll.
Deshalb ähnelt sie keiner anderen Konfitüre: Es ist kein Mus und keine Marmelade, sondern ein Knäuel aus Fäden in Sirup.
Dieselbe Frucht, in Spanien seit Jahrhunderten
In Spanien wird aus derselben Pflanze cabello de ángel gemacht — Engelshaar —, die Füllung von Ensaimadas und Blätterteiggebäck. Dasselbe Prinzip, anderer Name.
Botanisch ist es *Cucurbita ficifolia*, nicht verwandt mit dem Hokkaido oder dem Muskatkürbis. In Chile heißt sie *alcayota*, in Mexiko *chilacayote*.
Wo bekomme ich das in Deutschland?
Kaum irgendwo. Der Feigenblattkürbis wird hier fast nicht angebaut und steht in keinem Supermarkt; gelegentlich taucht er auf Wochenmärkten oder in südamerikanischen Läden auf.
Der praktikable Ersatz ist der Spaghettikürbis. Er hat dieselbe Fadenstruktur, verhält sich beim Einkochen sehr ähnlich und ist von September bis Februar überall zu bekommen. Das Ergebnis ist etwas heller und milder, funktioniert aber.
Das Rezept
Häufige Fragen
- Ist der Feigenblattkürbis dasselbe wie ein normaler Kürbis?
- Nein, es ist eine eigene Art (Cucurbita ficifolia). Der Unterschied liegt im Fruchtfleisch: Ein normaler Kürbis wird zu Püree, dieser zerfällt in lange Fäden.
- Warum sieht er aus wie eine Melone?
- Wegen der grün gestreiften Schale, die einer kleinen Wassermelone täuschend ähnlich sieht. Erst aufgeschnitten zeigt sich das weiße, fasrige Innere.
- Wie lange dauert die Konfitüre?
- Zwei bis drei Stunden bei sehr schwacher Hitze, nachdem das Fruchtfleisch über Nacht mit Zucker gezogen hat. Fertig ist sie, wenn die Fäden durchsichtig sind und der Sirup bernsteinfarben.
Aktualisiert am 2026-08-08