Was ist Charqui?

Dunkle Streifen Charqui auf einer Leine im Freien, daneben auf einem Brett geschnittene Stücke und eine Schüssel Wasser zum Entsalzen

Charqui ist in dünne Lappen geschnittenes Fleisch, dick mit Salz bedeckt und an Sonne und trockener Höhenluft getrocknet. Das Salz zieht das Wasser heraus, die Luft erledigt den Rest: Ohne Kühlschrank bleibt das Fleisch monatelang haltbar. Die Technik ist älter als die Kolonialzeit, das Wort kommt aus dem Quechua (ch'arki), und ursprünglich wurde dafür Lama- oder Alpakafleisch verwendet. Über das Englische wurde daraus Jerky.

Vor dem Kochen musst du es wässern

Charqui ist sehr salzig — das Salz ist die Konservierung. Kommt es ungewässert in den Topf, ist das Gericht ungenießbar. Also 8 bis 12 Stunden in kaltem Wasser einweichen und das Wasser drei- bis viermal wechseln.

Die Abkürzung: ein paar Minuten aufkochen und dieses erste Wasser weggießen. Das kostet etwas Geschmack, spart aber die Nacht.

Danach zerfasert das Fleisch von selbst und gibt eine Tiefe ab, die frisches Fleisch nicht hat.

Faustregel: erst ganz am Ende salzen, und abschmecken. Charqui gibt beim Kochen weiter Salz ab.

Charqui, Charque und Carne de Sol

Charqui ist der andine Name — Nordargentinien, Bolivien, Peru, Chile —, die Grundlage des Charquicán.

In Brasilien heißt dasselbe Produkt Charque (umgangssprachlich jabá): stark gesalzen, tagelang sonnengetrocknet, in dicken Lappen. Es steckt in der Feijoada.

Die brasilianische Carne de Sol ist trotz ähnlichem Aussehen etwas anderes: viel weniger Salz, kurze Trocknung im Schatten. Zarter, kürzer haltbar, weniger Wässern nötig.

Beef Jerky ist kein Verwandter im Topf: gewürzt, meist gesüßt und als Snack gedacht, nicht zum Wässern und Kochen.

Wo bekomme ich das in Deutschland?

Am ehesten im brasilianischen oder lateinamerikanischen Laden, dort als carne seca oder charque, oft vakuumiert und tiefgekühlt. Online gibt es beides zuverlässig.

Einen guten Supermarkt-Ersatz gibt es nicht: Beef Jerky ist gewürzt und gesüßt, Bündnerfleisch ist für rohen Verzehr gedacht.

Notlösung fürs Kochen: mageres Rindfleisch (Brust oder Bug) zwei Tage kräftig gesalzen im Kühlschrank. Die Konsistenz stimmt halbwegs, die Tiefe des getrockneten Fleischs fehlt.

Die Rezepte

Häufige Fragen

Kann ich Bündnerfleisch nehmen?

Besser nicht. Bündnerfleisch ist luftgetrocknet, gepökelt und zum rohen Verzehr in dünnen Scheiben gedacht — es zerfasert nicht im Eintopf und ist dafür schlicht zu teuer.

Wie lange muss ich es wässern?

8 bis 12 Stunden in kaltem Wasser mit drei bis vier Wasserwechseln. Schneller geht es mit einmal Aufkochen und Weggießen des ersten Wassers.

Kann ich Charqui selbst machen?

Grundsätzlich ja, aber es braucht die Bedingungen: dünne Lappen, viel Salz und mehrere Tage trockene, kühle, gut belüftete Luft. Im feuchten deutschen Klima ist das heikel.

Aktualisiert am 2026-08-12