Was ist Ají amarillo?

Frische Ají-amarillo-Schoten, ganz und aufgeschnitten, daneben ein Glas Ají-amarillo-Paste

Die Chili, auf der die halbe peruanische Küche steht: warum sie weniger scharf ist als ihr Ruf, in welchen Formen es sie außerhalb Perus gibt und was passiert, wenn du sie durch Paprika ersetzt.

Ají amarillo ist ein Capsicum baccatum — eine andere Art als Paprika oder Jalapeño — und die Grundlage großer Teile der peruanischen Küche: Huancaína, Causa und Ají de Gallina leben von ihr. Sie bringt vor allem Farbe und fruchtiges Aroma, keine Schärfe: die sitzt fast vollständig in den Kernen und den weißen Scheidewänden, und wer sie entfernt, hat eine völlig andere Zutat. Sie heißt „gelb", reift aber orange.

Sie ist milder als ihr Ruf

Das Fruchtfleisch ist aromatisch und kaum scharf. Was brennt, sind die Kerne und die weißen Scheidewände im Inneren, und in der peruanischen Küche werden sie fast immer entfernt.

Nach dem Entkernen ist die klassische Technik, sie zweimal zu kochen und dabei das Wasser zu wechseln. Danach lässt sie sich in Mengen verwenden — vier Esslöffel in einem Ají de Gallina — ohne dass das Gericht scharf wird.

Deshalb führt der Name in die Irre: ein „Ají de Gallina" ist kein scharfes Gericht, es ist ein gelbes.

In welchen Formen es sie gibt

Frisch: außerhalb der Andenländer schwer zu bekommen. Eine längliche Schote von etwa zehn Zentimetern, glatt und kräftig orange, wenn sie reif ist.

Tiefgefroren: die übliche Exportform und die, die den Geschmack am besten hält. Ganz einfrieren, direkt verwenden.

Als Paste: Gläser mit verarbeitetem Fruchtfleisch, die praktischste Variante und die, nach der die meisten außerhalb Perus geschriebenen Rezepte verlangen. Ein Esslöffel Paste entspricht ungefähr einer frischen, entkernten Schote.

Getrocknet — und hier verwirrt ein Name: Ají mirasol ist getrockneter Ají amarillo. Dieselbe Chili, zwei Namen je nach Zustand. Vor Gebrauch in heißem Wasser einweichen.

Wodurch ersetzen, und was dabei verloren geht

Es gibt keinen guten Ersatz, und das sollte man klar sagen: Ají amarillo hat ein fruchtiges Aroma, das keine Supermarktchili mitbringt.

Am nächsten kommt gelbe Paprika für Farbe und Körper, dazu eine Spur scharfe Chili für die Spitze. Das ergibt ein gutes, anderes Gericht — nicht dasselbe.

Was nicht funktioniert, ist Paprikapulver: es bringt Farbe und keine einzige frische Note, und das Ergebnis schmeckt nach Wurst.

Selbst anbauen

Wenn der nächste Lateinamerika-Laden weit weg ist, ist das eine der vernünftigsten Lösungen: die Pflanze kommt im großen Topf gut zurecht und die Früchte lassen sich hervorragend einfrieren — eine Pflanze deckt ein Küchenjahr.

Zwei Dinge vorher: Baccatum-Arten sind langsam, 6 bis 8 Monate von der Aussaat bis zur ersten Ernte, mit unzuverlässiger Keimung, die konstante Wärme braucht. Und das erste Jahr trägt wenig — sie sind mehrjährig, wo es nicht friert, und die zweite Saison ist die gute.

Die Pflanze wird anderthalb bis zwei Meter hoch und breit: 20 bis 30 Liter Topf und eine Stütze.

⚠️ Und eine oft verwechselte Sache: für den Anbau drinnen braucht es ein Vollspektrum-LED-Panel, keine UV-Lampe. Photosynthese läuft über sichtbares Licht; UV lässt nichts wachsen.

Wo bekommst du sie

In Lateinamerika-Läden, vor allem peruanischen und bolivianischen, und in vielen afrikanischen und asiatischen Lebensmittelgeschäften.

Online ist die Paste im Glas das, was am zuverlässigsten zu bekommen ist, und sie hält geöffnet Monate im Kühlschrank.

Tiefgefroren gekauft, kommt sie direkt aus dem Froster in den Topf. Frisch gekauft: entkernen, zweimal kochen, portionsweise oder als Paste einfrieren.

Die Rezepte

Häufige Fragen

Ist Ají amarillo sehr scharf?

Weniger, als es scheint. Die Schärfe sitzt in Kernen und weißen Scheidewänden; entkernt und zweimal gekocht bleibt sie aromatisch und kaum scharf — so wird sie in Peru verwendet.

Wodurch kann ich Ají amarillo ersetzen?

Es gibt keinen exakten Ersatz. Am nächsten kommt gelbe Paprika für Farbe und Körper plus eine Spur scharfe Chili. Das ergibt ein gutes, aber anderes Gericht. Paprikapulver taugt nicht: Farbe ja, frische Noten keine.

Ist Ají mirasol dasselbe?

Ja: Ají mirasol ist getrockneter Ají amarillo. Dieselbe Chili, zwei Namen je nach Zustand. Vor Gebrauch in heißem Wasser einweichen.

Lässt sie sich im Topf anbauen?

Ja, und es funktioniert gut: 20 bis 30 Liter Topf, Stütze und viel Licht. Aber sie ist langsam — 6 bis 8 Monate bis zur ersten Ernte — und das erste Jahr trägt wenig: die zweite Saison ist die gute.

Aktualisiert am 2026-09-05T13:45:30.312Z